
It Takes Two
Das perfekte Spiel für lustige und zugleich nervenaufreibende Couch Gaming Sessions.
Ich sage es direkt wie es ist: Wer heutzutage nach einem echten, durchdachten Koop-Spiel sucht, greift gefühlt meist ins Leere. Irgendwelche Halbgaren Online-Multiplayer-Modi gibt es wie Sand am Meer, aber Spiele, die komplett auf zwei Leute ausgelegt sind? Mangelware. Und genau hier knallt It Takes Two rein wie eine Abrissbirne.
Von Scheidungskrise zu Eichhörnchen-Kriegern
Die Story ist schnell erklärt, hat es aber in sich: Cody und May wollen sich scheiden lassen. Ihre Tochter Rose findet das verständlicherweise ziemlich beschissen, weint auf ein magisches Beziehungs-Buch (Dr. Hakim – zu dem Typen gleich mehr) und zack: Die Eltern wachen als kleine Puppen im eigenen Schuppen auf. Um wieder normal zu werden, müssen sie zusammenarbeiten, ob sie wollen oder nicht.
Der Plot klingt im ersten Moment nach einer netten Pixar-Idee, zieht aber teilweise ordentlich an. Die Szene mit dem Plüsch-Elefanten? Absolut verstörend. Ich saß da und wusste kurz nicht, ob ich lachen oder mich schlecht fühlen soll.
Kreativitäts-Overkill im Minutentakt
Was Hazelight hier beim Gameplay abzieht, grenzt an Größenwahn – im positiven Sinn. Jedes verdammte Kapitel wirft die Mechaniken der vorherigen Stunde komplett über den Haufen und gibt beiden Figuren zwei völlig neue Werkzeuge an die Hand:
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Der eine schießt Harz, die andere zündet es mit einem Raketenwerfer an.
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Einer verändert die Zeit, die andere klont sich.
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Magnetkräfte mit Anziehung und Abstumpfung.
Das Spiel erlaubt dir nicht mal ansatzweise, dich zu langweilen. Gerade wenn du denkst, du hast eine Mechanik begriffen, schmeißt dir das Spiel ein Street-Fighter-Anspielung auf einem fliegenden Teppich oder ein Action-RPG-Level vor die Füße. Dazu kommen überall in den Leveln versteckte Minispiele, bei denen man sich gegenseitig aufs Maul geben oder im Tauziehen messen kann.
Dr. Hakim und kleine Nervfaktoren
Gibt es Schwachstellen? Wenn überhaupt, dann Dr. Hakim. Das sprechende Buch mit dem übertriebenen Akzent und den Hüftschwüngen geht einem am Anfang schon dezent auf den Zeiger. Mit der Zeit gewöhnt man sich dran, aber er strapaziert die Nerven stellenweise hart. Auch die Steuerung greift bei ein zwei Präzisions-Sprüngen im späteren Verlauf nicht zu 100 % perfekt, aber das ist Meckern auf extrem hohem Niveau.
Wertung
It Takes Two ist für mich die absolute Referenz, wenn es um Koop-Gaming geht. Es fordert Kommunikation, sieht fantastisch aus und hat mehr frische Ideen in zehn Stunden als andere Publisher in fünf Jahren auf den Markt bringen.
